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Spielort

2010/ 2011 „Der Feuervogel“

Fredersdorfer Kirche

 

 

Die Kirche stammt vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. 1708-1709 wurde sie von dem Gutsbesitzer Sigismund von Görtzke neu aufgebaut. Die Baukosten sind nicht mehr feststellbar. Die Kirche ist ein Putzbau aus Mischmauerwerk mit Granit- u. Ziegelsteinen in rechteckiger Grundrisslage. Sie steht inmitten einer Grünanlage, die früher als Friedhof diente. Das Gelände ist von einer niedrigen Mauer umgeben, der Eingangstorbogen trägt die Inschrift: „1710".

 


 

Die Kirche besitzt einen kleinen Vorraum und eine kleine Orgelempore. Im Keller der Kirche befinden sich insgesamt 13 Särge mit den Toten der Gutsbesitzerfamilie von Görtzke, der jahrhundertelang die Güter Fredersdorf, Bollensdorf und Vogelsdorf gehörten. 1710 wurde auch der Innenausbau der Kirche für 350 Taler 11 Groschen und 3 Pfennigen (einheitliche barocke Innenausstattung) durchgeführt. Die beiden alten Glocken, die eine mit einer Inschrift aus dem Jahre 1594, waren nach dem 1. Weltkrieg noch erhalten, weil sie großen Altertumswert hatten. Ein Großteil damaliger Kirchenglocken wurde eingeschmolzen.

 

Scheune

In den Kriegsjahren 1944/45 musste die Familie Hoeth vom Bauernhof in ihrer Heimat Groß Lipke, heute das polnische Lipka Wielka, in der Nähe von Posen, flüchten. Dabei wurde die Familie getrennt.

Die Eltern, Wilhelm und Ottilie Hoeth, fanden ein neues Zuhause in Prestin( Kreis Schwerin). Der Sohn Willi jedoch kam später in ein Auffanglager nach Crivitz. Es erfolgte eine Familienzusammenführung. In Prestin bauten sie sich auf einem kleinen Bauernhof eine neue Existenz mit Ackerbau und Viehzucht auf.

 

Durch eine Verwandte in Fredersdorf erfuhren sie vom Verkauf der „Krügerschen Wirtschaft“, die einer Frau Krüger gehörte.

 

Zwischen 1947 bis 1957 war der Hof an die Umsiedlerfamilie Preilowski verpachtet worden. Frau Krüger wohnte noch mit auf ihrem Hof, kam aber später nach Altlandsberg in ein Pflegeheim. Als sie verstarb, erbte ihre Schwester, Ida Finke, den Hof. 1956 wurde dieser von der Familie Hoeth käuflich erworben. Die Übergabe erfolgte jedoch erst nach der Ernte im Jahr 1957.

Das Anwesen musste größtenteils saniert werden, da Stall und Scheune Baujahr ca. 1900, eventuell auch älter, sich in einem sehr schlechten Zustand befanden.

 

Das aus Prestin mitgebrachte Vieh brachte die Familie in provisorischen Ställen an der Scheune unter. Der noch mit einem Strohdach gedeckte und baufällige Stall wurde bis auf die Grundmauern, die aus Feldsteinen bestanden, teilweise abgerissen und neu errichtet.

 

Zwangsweise musste jeder Landwirt der LPG „Typ 1“ beitreten und ihr sein Ackerland zur Verfügung stellen. Die Tierhaltung, Pferde, Kühe, Schweine und Hühner befanden sich meist weiterhin auf dem bäuerlichen Anwesen.

 

In der Scheune lagerten Kartoffeln, Rüben, Heu, Gerste, Weizen, Roggen und Hafer. Bei Bedarf wurde das Getreide gedroschen. Der Dreschkasten stand in der Scheune. Das Stroh verwendete man als Futter und Einstreu für die Tiere.

Scheune /Fredersdorf 1970

 

 

Nach dem Tod von Mutter Hoeth 1975 und Vater Hoeth 1981 sowie dem Austritt aus der LPG „Typ 1“ führte der Sohn Willi Hoeth als Erbe den landwirtschaftlichen Betrieb weiter. Von staatlicher Seite gab es Vorgaben zum Anbau.

 

1991 erfolgte eine Anmeldung zum Gewerbebetrieb: „ Gartenbau, Pflanzen-und Tierproduktion“. Der Landwirt Willi Hoeth belieferte sechs Jahre lang die Schulküche der „Arthur Hertz“ OS in Fredersdorf mit Speisekartoffeln. Nach dem Tod von Willi Hoeth am 12. Juni 1997 erlosch das Gewerbe.

 

Laut Testament, wurde Frau Brigitte Keller, Erbin.

 

So kam es, dass die Gemeinde Fredersdorf – Vogelsdorf das Grundstück per Notarvertrag am 14. Dezember 1998 von Frau Brigitte Keller für den Bau der „Fred-Vogel–Grundschule“ an der Tieckstraße erwarb.

 

Um einen neuen Hortbau zu errichten, wollte die Gemeinde von Frau Brigitte Keller eine weitere Teilfläche abkaufen. Nach familiärer Beratung boten sie der Gemeinde das gesamte Grundstück zum Kauf an. Am 22. Oktober 2008 wurde es per Kaufvertrag für den heutigen Standort des „Schulcampus“ von der Gemeine erworben.

 

Quelle: Textauszüge von Brigitte Keller aus: Schriftenreihe, Heft 17, 2. Auflage 2013,Seite 7, Heimatverein Fredersdorf-Vogelsdorf

 

 

Scheune /Fredersdorf 2008

 

 

 

Neujahrsempfang:

 

 

Am 11.02. 2012 fand der Neujahrsempfang in Verbindung mit der feierlichen Übergabe der Scheune an die Schule statt. Die Theaterkinder präsentierten in der frisch sanierten Scheune eine Kurzinszenierung zur „Schlacht am kalten Buffet“.

Die Theaterkinder der Fred-Vogel-Schule konnten sich zum Abschluss des ersten Programmteils in der Sporthalle noch über einen 500 Euro Scheck vom Architekturbüro Brück-Kunath und der Gemeinde freuen.

 

 

Scheune Fredersdorf 2014